Auftakt gegen Marburg gelungen

Bielefeld (WB). Beschwingte Verlierer, missmutige Gewinner: Die Bielefeld Bulldogs
haben sich bei ihrer 7:36 (7:7/0:20/0:6/0:3)-Testspielniederlage gegen den hoch gehandelten Football-Erstligisten Marburg Mercenaries mit einer kühnen Vorstellung selbst überrascht.

Quarterback Niklas Gorny, der sich vor 650 Zuschauern als fachkundiger Offense-Anführer entpuppte, würdigte den »hohen Teamspirit.«
Bei Headcoach Willie J. Robinswon überwog denn auch der Stolz ob des Prozesses, den sein Team durchlaufe. »Hammer! Wir hatten
den Gegner im Vorfeld nicht gescoutet, sind einfach auf den Platz gegangen und haben Football gespielt.
Heute fühlen wir uns wie Sieger.« Die Kehrseite aller Lobesarien: US-Neuzugang Keshawn Hill, der seine individuelle Klasse
mit mitreißenden Läufen aufblitzen ließ und im ersten Viertel auch den Touchdown – Extrapunkt Tobias Stork – zum 7:7-Ausgleich
(8.) erzielte, leistete sich zwei Unsportlichkeiten, die zweieinhalb Minuten vor der Pause in seine Disqualifikation gipfelten.

Das tut weh. Hill erwartet eine Sperre. Er wird definitiv am Samstag im zweiten Testspiel gegen die Gelsenkirchen Devils fehlen; aller
Voraussicht nach auch zum Meisterschaftsauftakt am 22. April gegen die Cologne Falcons.

Im zweiten Viertel wurde zunächst eine Interception Chris Pfeiffenbergers bejubelt, ehe Merlin Detroy und Ex-Bulldog Olivera Nsingui (2) Marburg mit ihren
Touchdowns mit 27:7 in Front brachten. »Was die Referees in dieser Phase gepfiffen haben, war eine Frechheit. Der Spielstand gibt das Kräfteverhältnis nicht korrekt wider.

Die Mercenaries führen zu hoch«, stellte Sportdirekter Heiko Schreiber den Bulldogs ein hervorragendes Zwischenzeugnis aus. Receiver Felix Blissenbach,
wiederholt umgeknickt, musste seinen rechten Knöchel nach dem Wechsel kühlen und konnte nicht mehr weiterspielen. Seiner guten
Laune tat das keinen Abbruch. »Ich freue mich über härtere Gegner. Leicht kann doch jeder. Bei uns wächst was zusammen.«
Die respektlos zupackende Bulldogs- Defense ließ in der Folge nur noch einen Touchdown (Robert Johnson II) und ein Fieldgoal aus 23 Yards (Hendrik Schwarz) zu.
Der Traum vom German Bowl; so wird er einer bleiben. Der enttäuschte Heimkehrer Stefan Conrad wollte Marburgs schlechte Leistung (»Es war wohl eine gewisse Selbstüberschätzung dabei«) nicht bloß auf sein Team schieben; etliche Bälle wurden nicht gefangen. »Wir hätten 35 Punkte mehr machen können.

Doch die Bulldogs-Defense hat es uns richtig schwer gemacht.« Mercenaries-Headcoach Dale Heffron monierte zahlreiche »Erstes- Spiel-Fehler. Viele Jungs waren nervös. Wir können es viel besser.« Derweil würdigte Präsident Ulrich Kossiek das Potenzial des neuen Bulldogs-Jahrgangs. »Wir haben als Team zusammengestanden und keine Angst vor dem Erstligisten gezeigt. Niklas Gorny hat einen guten Job gemacht. « 22 von 36 Pässen fanden ihr Ziel, ansehnliche Pass- und Laufspielzüge verdeutlichten Variabilität.

Die Botschaft der triumphierenden »Refight«-Sprechchöre:
»Wir haben tapfer durchgekämpft und sind nicht in alte Verhaltensmuster zurückgefallen«, so Robinson. Diese Partie stand vor allem unter einem Motto: Erfahrung sammeln. »Wir müssen einfach noch ein paar Mal auf dem Feld stehen, um eingespielter zu werden«, meinte Wladislaw Mischura. Jannis Knauer mahnte »zu viele Strafen« an. Sein Resümee: »Wir haben viel gelernt und fühlen uns nicht wie Verlierer.«

(Quelle: WB/03.04.2017)