Football: Bulldogs beim 21:19-Sieg über die Gelsenkirchen Devils mit A- und B-Team

Von Jörg Manthey

Bielefeld(WB). Von Souveränität keine Spur: Die Bielefeld Bulldogs haben ihr zweites und letztes Testspiel gegen den ambitionierten Football-Oberligisten Gelsenkirchen Devils wohl 21:19 (7:6/14:6/0:0/0:7) gewonnen, dabei freilich allerlei Mängel erkennen lassen.

Das Ergebnis spielte vor 560 Zuschauern bloß eine nebensächliche Rolle. Headcoach Willie J. Robinson bot anfangs die vermeintlich stärkste Formation auf und fing schon im zweiten Viertel an zu rotieren. Letztlich kamen 45 von 46 Spielern zum Einsatz; einzig für Özenc Yurt Kömür reichte die Spielzeit nicht mehr zur Einwechslung. Robinson machte hinterher im Huddle (Versammlung) wohl »Schritte in die richtige Richtung« aus, erkannte aber auch: »Für einige Jungs ist noch ein langer Weg zu gehen.«

Quarterback Niklas Gorny führte sein Team mit der ersten Angriffswelle zur Führung. Seinen Vier-Yards-Pass veredelte Bert Smith Jr. nach etwas mehr als drei Minuten mit einem Touchdown. Tobias Stork erhöhte per Extrapunkt auf 7:0. Damit war es für eine Weile um die Entschlossenheit der Bulldogs geschehen; Sehenswertes war rar. Unter anderem leistete sich Niklas Gorny zwei Interception-Pässe. Gelsenkirchen nutzte die Defizite der Heimmannschaft, um mit 12:7 die Führung an sich zu reißen.

Das erste Viertel sei »inakzeptabel« gewesen, urteilte Sportdirektor Heiko Schreiber streng. »Die Einstellung hat nicht gepasst. Wir haben den Gegner mit vielen Fehlern stark gemacht.« Angesichts der passenden Antwort, denn nun folgte die stärkste Phase im Spiel, wertete er dies als »Weckruf für die Ernsthaftigkeit.« Nachdem Bert Smith viel Raumgewinn gelungen war, bewies Niklas Gorny Übersicht und markierte mit einem Touchdownlauf über neun Yards (plus Erhöhungskick Stork) zunächst die 14:12-Führung. Anschließend fand sein schickes Zuspiel über 29 Yards wiederum Smith: Touchdown, Kick Stork, und es hieß zwei Minuten vor der Halbzeit standesgemäß 21:12.

Im zweiten Durchgang führte David Wagner die Offense als Quarterback an. Das B-Team bekam zwar im Vorwärtsgang bloß wenig zustande, wehrte sich dafür aber verbissen. Die Defense rettete das knappe Ergebnis mit ordentlicher Moral über die Zeit. Acht Yards vor der Endzone war Schluss für die Teufel. »Sieg ist Sieg. Ich bin stolz auf die Defense«, meinte Jannis Knauer. Ernest »Ray Ray« Wiggins glückten drei teuflisch gute Quarterback-Sacks, Erblin Barblhoshi und Bijan Djalili holten mit je einer Interception das Ballrecht zurück.

In Sachen Disziplin wurde allgemein eine wohltuende Steigerung ausgemacht. Gleichwohl mahnte Stefan Hüttker weitere Besserung an. »125 Yards durch Strafen sind immer noch zu hoch.« Hüttker (»Die Passverteidigung war wieder etwas schlampig«) zeigte sich mit seiner Leistung als Safety gar nicht zufrieden. »Zuerst hatten wir nicht viel zu tun. Und als es drauf ankam, waren wir nicht da. So ist es zum Ende unnötig knapp geworden«, merkte er selbstkritisch an, nachdem Gelsenkirchen achteinhalb Minuten vor Schluss auf 21:19 verkürzt hatte.

Wladislaw Mischura empfand sein Team als »zu unfokussiert. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns auf dem Niveau der Devils bewegten und nicht die Lust verspürten, den Gegner auseinanderzunehmen.« Präsident Ulrich Kossiek wirkte einigermaßen nachdenklich. »Meine Erwartungen sind nicht ansatzweise erfüllt worden. Da sind bis zum Meisterschaftsstart noch viele dicke Bretter zu bohren.« Am Samstag, 22. April, geht’s daheim gegen die Cologne Falcons um die ersten Regionalligapunkte. Wie am Samstag ohne Runningback Keshawn Hill. Der US-Boy bleibt auch für die Saisonpremiere noch gesperrt.