
Es war ein echter Krimi – mit Happy-End! Das Bulldogs-Senior-Football-Team hat im Finale der Regionalliga-West-Saison 2026 den ersten Schritt zur Meisterschaft gemacht und kann sich am kommenden Samstag auf der Rußheide krönen. Den entscheidenden Touchdown am Aasee erzielte Rafael Regehr 2:35 Minuten vor Spielende mit einem Lauf auf die linke Seite. Doch die Münster Phoenix gaben sich noch nicht geschlagen, sie klopften lautstark an die Tür zur Bulldogs-Endzone – aber die blieb nun verschlossen, die Schlüsselmeister unserer Defense kannten kein Erbarmen.
Gewinnt das Team von Bert Smith auch das abschließende Spiel gegen die Paderborn Dolphins, ist alles klar. Zehn Siege (inklusive der beiden 36:0 gewerteten Spiele gegen die Assindia Cardinals) und zwei Niederlagen – auf diese Bilanz können ansonsten nur noch die Cologne Crocodiles kommen, wenn sie ihre beiden Sonntagsspiele gegen Remscheid und Troisdorf gewinnen. Dann hat unsere Mannschaft aber im Direkten Vergleich die Nase vorn, weil es die einzige Partie gegen das Team aus der anderen Gruppe mit 17:16 gewonnen hat (bereits am 3.5. in Köln).
Die spannende Partie in Münster wurde von den Phoenix eröffnet, die die Wahl gewonnen und sich für das Receiven entschieden hatten. Sie konnten jedoch keine Punkte auf die Anzeigetafel bringen. Das tat jedoch die Bulldogs-Offense. Münster kam ebenfalls zu einem Touchdown, blieb aber ohne Zusatzpunkte, weil der Kick geblockt wurde. So ging es weiter: Bielefeld legte zweimal sieben Punkte vor, beide Male antworteten die Münsteraner mit nur sechs, weil sie ihre 2-Point-Conversions nicht erfolgreich abschließen konnten. So ging es beim Stand von 18:21 in die Pause. Die Bulldogs konnten mit ihrem ersten Ballbesitz der zweiten Hälfte den Vorsprung nicht ausbauen. Es gab wenige unvollständige Pässe und Spielzüge, die im Aus endeten, sodass die Uhr schnell heruntertickte. Und die Phonix kamen diesmal zuerst zu Punkten, inklusive PAT.
Würde die Zeit für Niklas Gorny und seine Offense noch reichen, obwohl sie sich einen Turnover geleistet hatten? Vinzenz Wiemer und Bendix Schmidt machten immer wieder mit gefangenen Pässen Boden gut, Daniel Korbmacher, Rafael Regehr und Niklas selbst waren die Hauptakteure am Boden. Rafi durfte den Ball dann mit einem unwiderstehlichen Lauf nach links bringen. Er hielt knapp neben der Pylone den Football einhändig nach vorne, in die Endzone. Malik Brown konnte sein diesjähriges Team zwar erneut mit einem langen Pass in aussichtsreiche Position bringen, doch dort reichte die Zeit nur noch für zwei abgewehrte Versuche.
Damit der Regionalliga-Meister-Titel nicht nach Ostwestfalen geht, müssten die Bulldogs überraschend ihr Homecoming-Game gegen die Dolphins verlieren. Doch selbst dann hätten sie noch eine Chance, denn wenn die Crocodiles genau eins ihrer beiden Spiele verlieren, haben drei Teams dreimal verloren. Dann entscheiden die Spiele untereinander – wegen der zwei Gruppen haben die Mannschaften der Nord-Gruppe eins mehr davon als die Kölner, sodass nicht einfach mehr gewonnene Spiele zählen können, sondern je Team das Verhältnis von gegen die Kontrahenten errungenen Siegen und der Gesamtzahl dieser Spiele: Die Phoenix haben einen Sieg und zwei Niederlagen (33 % Siege), die Crocodiles einen Sieg und eine Niederlage (50 %) und wir Bulldogs zwei Siege und eine Niederlage (67 %), und damit ginge die Meisterschaft doch nach Bielefeld! Verliert Köln aber gleich beide Spiele, sind nur noch Phoenix und Bulldogs punktgleich vorne, und dann kommt es auf die Touchdown-Punkte aus den beiden Spielen gegeneinander an. Diesen Direkten Vergleich hätten aber die Münsteraner mit 49:44 gewonnen.
(rl)
