Basketball-Teams setzen sich durch

Salzkottens Damen aus dem Rennen – Herren wahren Chance auf Platz 2

Der meteorologische Frühlingsbeginn ließ nicht nur die Sonne über Bielefeld strahlen, sondern auch die Bulldogs-Basketball-Mannschaften! Beide konnten sich in ihren Heimspielen gegen Tabellennachbarn durchsetzen. Man weiß gar nicht, welchem dieser Siege man die höhere Bedeutung zuschreiben soll. Am Ende war jeweils große Erleichterung darüber zu spüren, die Punkte nach zeitweise deutlichen Führungen und zurückkehrenden Gästen gesichert zu haben. Die Damen verteidigten ihre Tabellenführung gegen den bisherigen Zweiten mit 52:48, die Herren liegen nach einem 60:57 punktgleich mit ihrem Gegner und den Minden „Movers“ nur noch zwei Zähler hinter dem Zweiten, SV Ubbedissen.

Das Spitzenspiel der Damen-Bezirksliga 8 sah einen starken Auftakt unserer Mannschaft, die durch Nina Schmitz, Anastasia Fradkin und Anna Verlanova schnell mit 6:0 führte. Die Gäste glichen jedoch aus und gingen dann sogar selbst mit 10:8 in Führung. Anna sorgte aber mit einem Dreier und einem von zwei Freiwürfen für ein 12:12 am Ende des ersten Viertels. Auch das zweite wurde von Nina eröffnet, diesmal mit einem ihrer beliebten Dreier. Doch dann kamen erneut die Sälzerinnen – mit einem 7:0-Lauf schienen sie das Heft in die Hand zu nehmen. Aber auf mehr als diese vier Punkte konnten sie sich nicht absetzen. Und so waren wieder die Bulldogs an der Reihe: Nach einem 9:0-Lauf führten sie mit 26:20. Auch das war natürlich noch gar nichts; bis zur Pause kam der TVS wieder auf 26:23 heran.

Nah dem Seitenwechsel schnell zwei weitere Körbe der Gäste, die ihnen also wieder eine Führung brachten – 26:27. Nur Verrückte hätten zu diesem Zeitpunkt darauf gewettet, dass es die letzte sein würde. Doch die auch in ihrem zweiten Spiel im Bulldogs-Trikot stark aufspielende Anastasia drehte das Spiel sofort wieder. Diesem Korb ließen Anna, Ouafaa Ibrahim (2) und erneut Anastasia vier weitere folgen, unterbrochen nur von einem des Salzkottener Teams. Viele Treffer resultierten erneut aus Ballgewinnen, die Anna und Anastasia teilweise in Zusammenarbeit erzielten. Der Sieben-Punkte-Vorsprung wurde trotz eines folgenden Dreiers der Gäste bis zum Ende des dritten Abschnitts auf zwölf (46:34) ausgebaut. War das bereits der nächste große Schritt Richtung Meisterschaft?

Nein! Nach der erneuten Erhöhung auf 50:36 folgte eine große Flaute; vier Spielminuten lang gelang kein weiterer Korb. Ballverluste unterschiedlichster Art und Fehlwürfe gaben Salzkotten die Möglichkeit, innerhalb drei Minuten gleich zehn Punkte aufzuholen. 50:46, und noch sechs Minuten zu spielen – alles war wieder offen. Dann versuchte sich auch Anastasia einmal an einem Dreier; sie wurde dabei gefoult, traf aber nicht einen der drei Freiwürfe. Stattdessen zeigte sie in der 36. Minute noch einmal ihren Signature-Move, einen Halbdistanz-Wurf quasi aus Hüfthöhe, zum 52:46. Und dann hielt die Bulldogs-Defense. Erst in der vorletzten Minute gelang den Gegnerinnen noch einmal ein Korberfolg, und schließlich kam die erlösende Schluss-Sirene.

Die Bulldogs spielten und punkteten wie folgt: Anastasia Fradkin (16 Punkte), Anna Verlanova (11; 1 Dreier), Janina Schmitz (7; 1 Dreier). Ouafaa Ibrahim (6), Gözde Akman (6), Ira Schenk (3), Yvonne Nagel (2), Aaliyah Üstün (1), Hürrem Tezcan-Güntekin und Mioty Rabejaharilala: Coach: Robert Kispal

Damit beträgt der Rückstand der Sälzerinnen auf unser Team nun vier Punkte und den direkten Vergleich – sie kommen für die Meisterschaft kaum noch in Frage. Die geht ziemlich sicher an ein Team in Grün und Weiß, denn ernsthafter Kontrahent unserer Damen ist nur noch die Zweite des SC GW Paderborn. Sie hat eine Stunde später mit 49:44 in Borgholzhausen gewonnen – gegen die Mannschaft, die ihr als einzige neben den Bulldogs in der Hinrunde eine Niederlage beigebracht hatte und nun (leider) nicht erneut zum Stolperstein werden konnte.

Am kommenden Sonntag, dem 8. März, reisen unsere Damen nach Rheda. Sie besuchen dort den Tabellen-Fünften DJK, der im Hinspiel mit 56:33 geschlagen werden konnte.

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Ein Krimi war nicht genug – auch die Herren machten es spannend. Der Gütersloher TV hatte am Vortag noch in eigener Halle BBG Herford 3 mit 106:57 überrollt und erst vor drei Wochen im Hinspiel unserer Truppe 92 Punkte eingeschenkt, denen wir immerhin 76 hatten entgegensetzen können. Diesmal verlief der Start völlig ausgeglichen. Zweimal legten die Gäste vor, beim ersten Mal gingen die Bulldogs nur mit, beim zweiten antwortete Max Ferber gleich mit einer Erhöhung, einem Dreier. Nach dem 9:8 ging der GTV mal nicht mit, sodass wieder Max erhöhen konnte, diesmal nur um zwei Punkte. Aber so ging es weiter: Unsere Mannschaft setzte sich in den zweiten fünf Minuten auf 19:12 ab. Auch Simon Strathoff hatte einen Dreier eingestreut.

Das zweite Viertel zeigte dann ebenfalls eine leichte Überlegenheit unserer „Jungs“, die die Führung auf 31:16 ausbauten. Man konnte nun sogar hoffen, die 16-Punkte-Differenz des Hinspiels wettzumachen und den Direkten Vergleich, der bei Punktgleichheit am Saisonende entscheiden könnte, noch zu gewinnen. In den letzten vier Minuten der ersten Hälfte leisteten sie sich dann jedoch offensiv einige Fehler, so dass keine Punkte mehr aufs eigene Konto kamen und die eigentlich mageren drei Gäste-Punkte den Bulldogs-Vorsprung auf 12 reduzierten.

Der dritte Abschnitt begann mit einem Dreier von Luka Turudic, und kurzzeitig konnten die 15 Punkte Abstand gehalten werden. Doch nach dem 38:23 gewannen die Gütersloher Oberwasser. Der gute alte Basketball-Begriff der Läufe bewahrheitete sich wieder: 13:2 Zähler in viereinhalb Minuten brachten den GTV auf vier Punkte heran. Ein Doppelschlag von Daniel Barrio beendete diese Phase, und nach einem weiteren Korb von Huy Doan stand zur letzten planmäßigen Unterbrechung der Partie ein 46:39 auf der Anzeigetafel.

Noch einmal konnte danach die Führung auf neun Zähler ausgebaut werden, doch dann bliesen die „Roten“ zur Schluss-Offensive. Mit einem 7:0-Lauf waren sie auf bestem Weg, das Spiel zu kippen. Doch Luka nahm das Heft in die Hand. Zwei Freiwürfe konnte er zwar nicht verwandeln, kurz darauf traf er aber aus dem Feld. Daniel schied mit seinem fünften Foul aus. Die Nachbarstädter kamen weiter heran, in der 39. Minute auf 58:57. Die Schiedsrichter belohnten ihre schnellen Fouls, unterbrachen unnötig unseren Spielaufbau und schickten Ben Stratton zweimal zu Freiwürfen. Beim ersten Mal traf er nicht, doch als er beim zweiten beide Würfe sicher zum 60:57 versenkte, gab es ein leichtes Aufatmen.

Doch Gütersloh hatte noch 8 Sekunden, nahm eine Auszeit und wollte damit den Einwurf ins Vorfeld verlegen – keine schlechte Aussicht, noch einen Dreier zu schaffen. Aber als sie diesen Plan umsetzen wollten, erkannten die Schiedsrichter, dass da etwas nicht stimmen kann: Gemäß den Regeln darf eine Mannschaft in den letzten zwei Spielminuten höchstens zwei ihrer drei in der zweiten Halbzeit insgesamt erlaubten Auszeiten nehmen. Es war jedoch die dritte, und die erste war auf ihren Antrag erst in der 39. Minute gewährt worden. Beim Papier-Spielbericht waren die Anschreiber daran gewöhnt, beim Übergang in die letzten zwei Minuten das Feld für die erste Auszeit durchzukreuzen. Im Digital Score Sheet, einer Tablet-App, müsste soetwas eigentlich elektronisch erfolgen, doch da die hierin von der Anschreiberin inoffiziell gestoppte Zeit wegen deren eigentlichen Aufgaben nie genau mit der offiziellen Uhr synchron läuft, ist solch eine Funktion nicht implementiert, und es gab auch keine Anweisung, wie diese Regel nun umzusetzen ist. So hatten wir Kampfrichter diesen Fall nicht erkannt, und die Auszeit-Beratungen hatten auf beiden Seiten stattgefunden. Aber natürlich wurde die Verlegung des Einwurfs von der Endlinie ins Vorfeld zurecht abgelehnt. Und die Schiedsrichter setzten noch „eins drauf“: Da der Gäste-Trainer eine nicht zustehende Auszeit beantragt hatte und sie ihm gewährt worden war, wurde er mit einem Technischen Foul belegt. Der dafür fällige Freiwurf konnte aber auch nicht verwandelt werden, sodass die Gütersloher Chance, mit einem Dreier auszugleichen, immer noch bestand. Nun musste der Ball aber erst von der eigenen Endlinie nach vorne gebracht werden, und so konnte das Vorhaben der Gegner von unserer Mannschaft vereitelt werden.

Gegen Gütersloh 2 spielten: Dominic Schell (13 Punkte), Luka Turudic (11; 1 Dreier), Simon Strathoff (6; 1). Daniel Barrio M.-P. und Mark Ferrer (je 6), Max Ferber (5; 1), Sandi Mujkic (5), Vincent Dilling (4), Quang Huy Pham Doan sowie Coach Benjemin Stratton (2).. Bert Smith weilte bei seiner Football-Trainer-Lizenzprüfung.

Das für den 8.3. vorgesehene Spiel unserer Herren gegen Spitzenreiter TG Herford, der mit einem 10-Punkte Sieg gegen den SV Ubbedissen seine Führung auf acht Punkte ausgebaut hat, wird auf den 12.4. verschoben, an dem auch das Damen-Heimspiel gegen SV Minden 1860 nachgeholt wird.

(rlu) 

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